ist ein von der modernen Welt abgeschiedenes und geheimnisvolles Land! Wo die Steinzeit noch immer andauert, wo unbekannte, kriegerische Stämme leben, die noch bis vor 20 Jahren Kopfjagd und Kannibalismus praktizierten. Ein Land, wo Krokodile, Schlangen, Malariamücken und viele andere Gefahren lauern. Die atemberaubenden, urzeitlich anmutenden Gebirgspanoramen, rauschende Wasserfälle, reißende Wildbäche, träge mäandernde Dschungelflüsse und Tauchgründe, die zu den besten der Welt zählen, machen Papua zu einem Paradies für Entdecker - also genau richtig für mich!
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Papua Neuguinea
Land of the unexpected - Das Land der Überraschungen
Papua-Neuguinea, die zweitgrößte Insel der Erde, liegt nördlich von Australien im Pazifik und ist politisch in 2 Hälften geteilt: Papua Neuguinea im Osten und das zu Indonesien gehörige West-Papua im Westen. Die extrem abwechslungsreiche Topografie hat in PNG zu einer Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt geführt, die auf der Erde einzigartig ist. Auf dieser ozeanischen Insel findet man alles: vom tropischen Regenwald über Bergwälder bis hin zu Mangrovensümpfen und Korallenriffen. Auch heute noch sind das Hochland und die Berge im Landesinneren die Heimat von über 1 Mio. Menschen, die einer Vielzahl von Volksstämmen angehören und ebenso viele verschiedene Sprachen sprechen.
Durch ganz Papua Neuguinea erstreckt sich ein zentraler Gebirgszug mit mehreren über 4.000 Meter hohen Gipfeln. Bis zu 20 Kilometer weite Täler, Berg- und Hochwälder, steile Gebirgshänge und mehrere hundert Meter tiefe Schluchten liegen zu Füßen mächtiger Berge, die mit dem Mt. Wilhelm mit 4.509 Meter ihre höchste Erhebung finden.
Die Jahrtausende währende Vulkantätigkeit, verbunden mit heißem Ascheregen und zahlreichen Lavaströmen ließ eine zerklüftete Landschaft mit äußerst fruchtbaren Böden entstehen. Durch ausgiebige Niederschläge entstand eine dichte und artenreiche Vegetation: Weitläufige Bergwiesen, Berg- und Regenwälder, in denen über 2.500 Orchideenarten wachsen, bestimmen die einzigartige Gebirgslandschaft Neuguineas.

Während auf der Südseite der Insel die Gebirgshänge schroff in die Überschwemmungsgebiete der Flusstäler abfallen und in üppige Vegetation aus Mangroven, Sagopalmen, Akazien, Eukalyptus- und Teebäumen übergehen, findet man an der Nordküste Korallenriffe und Palmen. Kleinere und größere Flüsse haben sich in zahlreichen Windungen ihren Weg zum Meer gebahnt. Dabei haben sie den kalkhaltigen Fels der Gebirge weggespült. In den Mündungsgebieten bilden sie ein Labyrinth aus Seitenarmen und großflächigen Sumpfgebieten, in denen sich ein Artenreichtum an Pflanzen und Tieren entwickelt hat, wie man ihn sonst nirgends auf der Welt findet.
Schillerndes Mosaik der Ethnien
Neuguinea ist nach Grönland die zweitgrößte Insel der Welt. Die Extremen Landschaftsunterschiede spiegeln sich in der Vielfalt der Völker, Sprachen und Brauchtümer wie in keinem anderen Land der Erde wieder und ergeben ein ethnisches Kaleidoskop - ein sprachliches und kulturelles Mosaik ohne Gleichen. Die etwa 7 Mio. Einwohner sprechen fast 1000 verschiedene Sprachen – und somit fast ein Fünftel aller bekannten Sprachen.
In Neuguinea findet man nicht nur die letzten Kannibalen – die Insel ist in erster Linie Heimat der letzten „Ureinwohner“ unseres Planeten. An diesem konnten, verborgen in der üppigen Natur, Bruchstücke der Vorzeit und Urmenschen überleben, deren Dasein noch vom täglichen Kampf ums Überleben geprägt ist. Ihr schwer zugänglicher Lebensraum ohne Verbindung zur westlichen Welt und denkbar weit von ihr entfernt, die Abwesenheit von Reichtümern, die einfach außer Landes In Neuguinea findet man nicht nur die letzten Kannibalen – die Insel ist in erster Linie Heimat der letzten „Ureinwohner“ unseres Planeten. An diesem konnten, verborgen in der üppigen Natur, Bruchstücke der Vorzeit und Urmenschen überleben, deren Dasein noch vom täglichen Kampf ums Überleben geprägt ist. Ihr schwer zugänglicher Lebensraum ohne Verbindung zur westlichen Welt und denkbar weit von ihr entfernt, die Abwesenheit von Reichtümern, die einfach außer Landes gebracht werden können und der zweifelhafte Ruf der Ureinwohner als Menschenfresser und Kopfjäger, konnten die Bewohner dieses letzten ursprünglichen Garten Edens bis ans Ende des zweiten Jahrtausends beschützen. Nur hier war es möglich, noch Leute zu treffen, die den Geschmack von Menschenfleisch beschreiben können. Keiner hat diesen Flecken Erde mit Nachrichten aus anderen, fernen und unbekannten Teilen der Welt überschwemmt. Selbst in den 1980er Jahren wurden noch Völker entdeckt, von deren Existenz niemand etwas ahnte und die sich nur über Gesten miteinander verstehen. In Neuguinea gibt es auch heute noch unentdeckte Stämme, viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht.

Anfang der 30er Jahre erfuhr die Welt mit der Entdeckung der Highlands erstmals von Volksstämmen, die noch auf dem Niveau der Steinzeit lebten. Auf diesen Hochebenen und in den angrenzenden Bergen leben noch heute über 1 Mio. Menschen, die zahlreichen verschiedenen Ethnien angehören. Die berühmtesten unter ihnen sind die Huli, die aufgrund ihrer originellen Kopfbedeckungen auch Wigmen (Perückenmänner) genannt werden.
Die Vorbereitung
In den vergangenen 3 Jahren hatte ich alles an Informationen über PNG zusammengetragen, was ich irgendwie in die Finger kriegen konnte. Viel war es nicht, selbst das world wide web, beschränkte sich darauf, das immer Gleiche unendlich oft zu wiederholen. Auch schienen die Daten nicht besonders zuverlässig zu sein. Dass nur so wenig Material verfügbar war, weckte mein Interesse umso mehr. Nachdem ich den Plan nach West-Papua (Irian Jaya) zu fahren aus organisatorischen, zeitlichen und budgetären Gründen verworfen hatte, entschied ich mich für das „zivilisiertere“ Papua Neuguinea.
Die Durchquerung
Unser geplantes Ziel war die Durchquerung der Insel. Wir - mein Freund Erwin Zimmermann und ich - hatten vor, den Bulldog Track und anschließend den Black Cat Track zu gehen. Diese beiden Tracks aneinander gereiht – 250 km Luftlinie - ergeben die komplette Durchquerung der Insel von der Süd- zur Nordküste Papuas.
Bulldog Track & Black Cat Track
Eines der unberührtesten Gebiete der Erde verbirgt noch zahllose Geheimnisse. Der Bulldog Track wurde im Zweiten Weltkrieg quer über die Insel gebaut, um die Versorgung der australischen Truppen im Kampf gegen die Japaner zu gewährleisten. Seit dieser Zeit ist der Track wieder in Vergessenheit geraten. Unzählige Erdrutsche sind abgegangen, die Schienen im Sumpf verschwunden, die Straße am Berg verschüttet, die Telegrafenleitung eingebrochen und abgestürzte LKWs – „Bulldogs“ - überwuchert. Der Dschungel hat sein Reich zurückerobert. Heute gilt der Bulldog Track wegen der schwierigen äußerlichen Bedingungen als einer der schwierigsten Tracks weltweit und ist erfahrenen Trekkern vorbehalten.
Kartenmaterial war so gut wie nicht erhältlich. Die Ureinwohner vor Ort hatten nie etwas mit dem Track zu tun und wussten daher auch nichts darüber. Es mussten uns also ganz wenige Hinweise reichen, um den Weg durch diese fremde Welt zu finden.
Die ersten 100 km unseres Trips verbrachten wir auf einem LKW der uns von der Hauptstadt Port Moresby entlang der Küste zur Terapo Bridge brachte.
Mit dem Banana Boot ging es den Lake Kamu River flussaufwärts bis nach Niukeva durch das Betel Nut Gebiet. In der Nacht regnete es in Strömen. Um uns vor den Moskitos zu schützen, stellten wir unser Zelt im Haus auf.
Am nächsten Tag begann unser Fußmarsch. Wir waren auf alles, von Moskitos, Spinnen und Blutegeln bis zu den Schlangen vorbereitet. In Niukeva (40m) organisierten wir uns Hilfe durch einen Local. Er bekam die Aufgabe uns zum nächsten Dorf zu bringen und unsere 8 Liter Wasser für den täglichen Bedarf zu tragen. Von Niukeva war es ein anstrengender, flacher, langer und schwieriger Weg durch äußerst moorastiges und sumpfiges Gebiet, wo wir bei jedem Schritt sehr gut aufpassen mussten. Wir folgten den Ayavi River flussaufwärts bis zum Zusammenfluss mit dem Eloa River wo die ersten tiefen und strömungsreichen Flussquerungen folgten bis zum Einbruch der Dunkelheit und stellten dort unser Camp auf.

Am Morgen ging es bergauf, bergab, über Gräben liegende Baumstämme balancierend, auf rutschig-lehmigen Pfaden, einigen Flussquerungen einem leichten Anstieg bis zum Tekadu Airstrip (440m). In Tekadu, so erzählte mir der Dorfälteste sterben jährlich ca. 10 Personen an Tropical Malaria. Die letzten Weißen hatte er vor ca. 1 Jahr gesehen. Damals kamen 4 Australier vorbei. Von Tekadu village ging es weiter aufwärts mit einigen Steilstücken und brenzligen Baumüberquerungen.
Den Großteil des Tages folgten wir weiter dem wilden Eloa River, um nach 10 Std. kurz vor Einbruch der Dunkelheit in das kleine Dorf von Anandea zu gelangen. Auf einer Seehöhe von 550m merkten wir die frischen Temperaturen - das Gebirge kündigte sich an. Noch schnell ein Beef Stroganoff aus unserer Travel-Lunch-Küche und dann nur noch schlafen...
Der Körper war noch immer müde von der gestrigen 10-Stunden-Etappe. Um auf zu wachen begann der Tag gleich mit einer Querung einer wackeligen Bambusbrücke. Sie war 5 Meter hoch und nur durch dünne Lianen seitlich mit den umliegenden Bäumen fixiert. Entlang des Eloa River ging es nun ein Stück auf lehmigen, nassen Wegen bergauf, bergab, über glitschige Stämme, Gräben und Stufen auf der originalen Bulldog Road. Der Himmel ist bedeckt, der Schweiß tropft von überall.
Es folgten gefährliche Flussquerungen – vor allem nach den Regenfällen der letzten Nacht. Die Brücken werden nach jeder Regenzeit weggewaschen und dann von Einheimischen jedes Jahr wieder neu aufgebaut.
In Yanina übernachteten wir weit weg von jeglicher Zivilisation im dichten Bergnebelwald im Bananengarten des Dorfältesten weil ein nahes Bergvolk „aus kranken Nackten“ uns lautstark überreden wollte, unser Zelt in ihrem Dorf aufzustellen. Nach unserer emotionalen und lauten Ablehnung drohten sie während der Nacht wieder zu kommen... die Nacht verging langsam, geschlafen wurde wenig.

Um 7 Uhr früh kamen sie allerdings mit lauten Geschrei – konnten uns im Bananendickicht allerdings nicht finden. In Begleitung eines Dolmetschers führte uns der Weg von Yanina gegen Mittag direkt an den „Nackten“ vorbei. Nach der diesmal friedlichen Begegnung begann der Aufstieg - wie jeden Tag - mit einer Flussquerung über einen gefallenen Baumstamm. In der Regenzeit werden die Hängebrücken von den Fluten regelmäßig weggeschwemmt. In der Trockenzeit sind die meisten Flüsse nur hüfttief zu durchqueren, die Strömung ist allerdings nicht zu unterschätzen.
Ein weiterer harter 10 Stunden Tag mit dem Aufstieg von 1230m bis auf 2500m stand bevor. Die ersten Stunden waren extrem hartes Trekking. Dieser Teil war über mehr als 4 Stunden der mit Abstand anstrengendste und kraftraubendste Teil der gesamten Durchquerung. Der Track existierte praktisch nicht. Wir kletterten über riesige geschlagene und gefallene Baumstämme, die uns durch die Nässe die Kräfte raubten. Wir wussten, ein Ausrutschen oder ein Überknöcheln konnten wir uns nicht leisten, zu weit waren wir von der nächstmöglichen Hilfe entfernt.
Entlang der Ridge ging es über nasse, glitschige und moosbedeckte Wurzeln weitere 2 Stunden immer wieder auf- und absteigend bis zum höchsten Punkt unserer Durchquerung auf 2500m. Es folgte ein steiler Abstieg in das Flussbett des Dry Bed Creek, wo der Weg weitere 1½ Stunden im Flussbett auf rutschigen Steinen und im Wasser entlang ging. Alles ist klamm und lehmig. Insekten, die hier alle riesengroß sind: Falter, Schmetterlinge, Ohrenkriecher, Schaben, Spinnen, Käfer, Blattwanzen erfreuen uns tagsüber. Nach einer Nacht am „Bubbling Brooke Camp“ führte der Weg über einen weiteren steilen Bergrücken rauf auf 2600m und weiter bis nach Kudjeru village.
Die Anforderungen an unseren Geist und Körper waren mittlerweile enorm: Kondition für bis zu 10 Trekkingstunden im Gebirge und weglosen Gelände. Trittsicherheit im moorastigen Untergrund zwischen Wurzeln, Ästen, Steinen, Schlingpflanzen und Baumstämmen.
Vor allem aber der Umgang mit den 24 kg schweren Rucksäcken brachte uns an die Grenzen des Möglichen. Wir trugen dabei unsere gesamte urwaldspezifische Ausrüstung - vom Buschmesser bis zum Zelt und den Benzinkocher am Rücken. Die kleinen und großen Bewohner des Urwaldes wurden bald zur Nebensache. Ausgenommen: ein Schlangenbiss - der zum Glück glimpflich verlief – und ein Überknöcheln im Flussbett.
Von Kudjeru village durchquerten wir auf 2000m zuerst eine Kunai Gras-Savanne und dann im strömenden Regen den atemberaubenden Pandanus Forrest. Unterwegs machten wir kurze Pausen um die Wasservorräte wieder aufzufüllen und selbst zu trinken. Dann mussten wir schon wieder weiter. Die Zeit drängte, die Dunkelheit durfte uns nicht überraschen. Schließlich entschlossen wir uns knapp vor Einbruch der Dunkelheit auf einem Hügel das Camp zu errichten. Am nächsten Morgen folgte der steile Abstieg nach Winima village dem Ende des Bulldog Tracks.

Um die Durchquerung zu vervollständigen waren noch 80 km am Black Cat Track zu absolvieren.
Über eines der größten Schlachtfelder des 2. Weltkrieges ging es vorbei an einem abgestürzten amerikanischen B17-Bomber über Banis Donki, Skindiwai nach Gaudagasul.
Die Landschaft veränderte sich wenig, zuerst Grassteppe dann wieder wolkenbedeckter Regenwald mit steilen Erdhängen. Nur die unzähligen Blutegel machten mir zunehmend Probleme. Dazu kamen noch die Striemen am Rücken, die vielen Mückenstiche, Schürfwunden, Blasen und vom feinen Sand in den Schuhen aufgeriebene Fußsohlen.
Mental und körperlich ausgelaugt - aber glücklich - erreichte ich Komiatum village. Am Abend durfte ich mich im seit 1998 geführten offiziellen „Black-Cat-Tourenbuch“ eintragen, wo ich nun als Nummer 78 gereiht bin! Jemand der vorher den Bulldog Track gegangen ist, war bisher noch nicht vorbei gekommen! So gelang mir wohl als Ersten (seit sehr vielen Jahren) die komplette 250-Km-Durchquerung der Insel von Süd nach Nord.
Die letzte Etappe führte mich auf einem Boot den Francisco River abwärts ans Meer zum wunderschönen Sandstrand von Salamaua von wo es mit dem Motorboot übers offene Meer zurück in die Zivilisation nach Lae ging.

Erholung
Zum wieder auffüllen unserer Energiereserven und zur Schonung der Füße verbrachten wir 3 Tage zur Erholung in der Stadt Madang. Das Tauchen an einem der schönsten Tauchreviere der Welt durften wir uns nicht entgehen lassen. Vor einer kleinen Robinsoninsel machten wir halt: Palmen, blaugrünes, kristallenes Wasser, weißer Sand, kurz: die Verwirklichung eines Südseetraumes. Bunte Fische, Korallen, Lichtspiele, Meeresrauschen und ganz tolle Farben...

Mt. Wilhelm
Der Mt. Wilhelm ist mit seinen 4509m der höchste Berg von Papua-Neuguinea. Die Wanderung führte durch alle verschiedenen Klimazonen, vom Bergregenwald über Grasslandschaften vorbei am Lake Piunde und dem Basislager hinauf in alpines Hochland. Wir entlassen unseren Träger nach einer halben Stunde und machen uns allein auf dem glitschigen Pfad durch den dunklen, zottig, mit Moos und Flechten verhangenen Urwald. Später wird es licht, der Wasserfall ist zu erkennen, zwischen gespensterhaften Farnbäumen treiben die Nebelwolken. Der Weg ist naß, schlammig und rutschig. Während der gesamten Strecke gab es spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Berge und die schimmernden Seen tief unten in den Tälern. Leider verwehrten uns nach 1900m Aufstieg zum Gipfel die Wolken die Aussicht auf die umliegende Landschaft.

Mt. Hagen Festival
Das sing-sing ist ein großes Fest, ein Wettbewerb, bei dem die verschiedenen Stämme friedlich gegeneinander antreten. Das älteste und größte sing-sing findet in Mt. Hagen, dem Hauptort der Highlands, statt. Hier treffen jedes Jahr Hunderte Stämme der gesamten Insel aufeinander, um sich in althergebrachten rituellen Zeremonien mit ihren Gesängen, Tänzen, mit Masken und traditionellen Trachten gegenseitig herausfordern. Es ist ein ethnischer Karneval - ein anthropologischer Albtraum - eine Herausforderung in Hinblick auf Ästhetik und Kreativität. Angehörige unzähliger Stämme, die aus den Regenwaldgebieten der Tiefebene, der Küste und von den hohen Bergen gekommen sind, bilden einen stürmischen Wirbel der Farben, Lieder, Tänze und Trommeln. In diesem Wettkampf treten die Kamu, Melpa, Huli, Yatmul, Cobriman, Imangan, die „Schlamm-Männer“ und die „Skelett-Krieger“, der Stamm der Bienen, der Flugfüchse, der Schlangen, Kasuare und noch viele mehr gegeneinander an. Sie alle wollen die Schönsten, die Wendigsten, Farbenfreudigsten, Stärksten sein. Und sie alle wollen beweisen, dass ihr Stamm den Schöpfungsmythen, die in Neuguinea fest verwurzelt sind, am engsten verbunden ist. In den letzten Jahrzehnten sind die Stammesfehden durch die befriedende Wirkung des sing-sing drastisch zurückgegangen.
Ein Bericht vom Mt. Hagen Festival 2009
Die Gegenwart
Die Sitten und Gebräuche der Ureinwohner Papua Neuguineas haben sich in den vergangenen Jahren durch die Öffnung gegenüber der westlichen Welt drastisch verändert.
Während die modernen Kommunikationsmittel und die Schulbildung auf der einen Seite zur Erweiterung des geistigen Horizonts und einer – wenn auch oberflächlichen – modernen Weltsicht geführt haben, bewirken sie auf der anderen Seite, wie so häufig bei ethnischen Gruppen, die den Ahnenkult pflegen, den Verlust wichtiger Charakteristika. Die Durchdringung der uralten Stammesbräuche mit Elementen der westlichen Welt, förderte die Entstehung neuer und origineller Lebensformen, neuer Verhaltensregeln, Widersprüchlichkeiten und Kontraste.
Die immensen Rohstoffvorkommen dieses unberührten Landes (Erdöl, Gold, Kupfer und Edelhölzer) ziehen Investoren aus dem Ausland an, die, wie üblich, die gesamten Schätze an sich reißen und die örtliche Bevölkerung in einer verwüsteten Landschaft zurücklassen.
Es war eine wunderschöne und hochinteressante Reise in eine ganz andere Welt. Sie brachte für alle Sinne staunenswerte Erlebnisse und freudige Überraschungen. Der Eingeborenen einfaches Leben ohne materiellen Besitz, ihre Bedürfnislosigkeit, Gastfreundschaft, Fröhlichkeit und Lebenslustigkeit sollte uns zum Nachdenken anregen... Beeindruckend und rührend waren auch die Herzlichkeit und Kontaktfreudigkeit der Menschen uns Weißen gegenüber, sowie die Fremdartigkeit von Pflanzenwelt und Landschaft.
Das Wechselbad der Gefühle bei den verschiedenen Stationen, fehlende sanitäre Einrichtungen, Wege und Transportverhältnisse, lokale Speisen, wären für Normalbürger keine Voraussetzung für einen Urlaub. Uns hat es nie gestört, da wir x-fach entschädigt wurden.