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Phasen des Burn-out

Die Phasen des Burn-out (vgl. Krämer 2010)

1. Überlastungsphase

In dieser Phase hat sich der Betroffene daran gewöhnt, ein hohes Maß an Belastung als normal zu betrachten. Seine Entspannungszeiten sind so gering, dass eine wirkliche Erholung nicht mehr regelmäßig eintreten kann. Es setzt eine Verschlechterung der sozialen Beziehungspflege ein, eine emotionale Instabilität wirkt sich in Gereiztheit und Kommunikationsstörungen aus. Es kommt weiter zu einer erhöhten Infektanfälligkeit, zu diffusen Dauerschmerzen und zu Verdauungsproblemen. Kompensationsverhalten wie Essen, etc. werden normal. Der Betroffene bewegt seinen Körper zu wenig, er verleugnet seine Überlastung und versucht mit Beschwichtigungen seinen Zustand vor sich selbst zu kaschieren.

2. Alarmierungsphase

Es fehlt die Regenerationsmöglichkeit durch Vitalisierung. Der Körper hat sich an die ständige „Überspannung“ gewöhnt und der Körper hat sich an den veränderten Zustand angepasst (z. B. höherer Blutdruck um die verengten Gefäße zu kompensieren, etc.). Individuelle Schwachstellen (z. B. einzelne Organe) machen sich durch zunehmende Schmerzen bemerkbar. Diese werden vor allem in Ruhephasen bemerkbar wodurch der aktive Belastungszustand sogar als angenehmer empfunden werden kann – was diese Spirale noch weiter nach unten treibt. Bis dann oft der Körper streikt und ein betroffenes Organ seinen Dienst versagt. Oder das soziale System versagt und es zerbricht eine langjährige Partnerschaft. Leider wird trotz dieser deutlichen Alarmzeichen der reale Zustand immer noch häufig verleugnet und ignoriert, was durch die Veränderung der (Selbst)Wahrnehmungs- und Reflexionsfähigkeit noch zusätzlich begünstigt ist. In dieser Phase ist die Selbstbestimmung und willensbedingte Entscheidungsfähigkeit bereits stark eingeschränkt.

3. Knock out Phase

Der Körper ist u.U. „funktionsfähig“ geblieben, aber vom Gehirn her findet ein „Abstellen“ statt. Der Körper schaltet auf Notfallmodus um – die Reizinformationen können nicht mehr zeitgerecht verarbeitet werden. Das limbische System schaltet – quasi als Schutzmechanismus – alle unvernünftigen, schädigenden und willentlich gesteuerten Verhaltensweisen aus – es kommt zu einem „Einfrieren“ der Lebensenergie. Menschen, die es gewohnt waren Verantwortung zu übernehmen merken nun, dass sie keinen Zugang mehr haben zu ihren gewohnten Strategien. Ihr Körper entwickelt eine Dynamik, der sie jetzt hilflos ausgesetzt sind. Merkmale sind:

  • hohe Antriebslosigkeit, Zukunftsangst
  • Körperfunktionen können nicht mehr willentlich gesteuert werden
  • Gedanken kreisen immer um ein Thema und werden zu Qual
  • Extreme Schlafstörungen. Albträume
  • Konzentrations-, Denk- und Merkstörungen
  • Eigene Steuerungs- und Entscheidungsfähigkeit ist blockiert
  • Diffuse Körpersymptome und Schmerzen, funktionale Störungen

Zurück zur eigenen Kraft – Allgemeine Ressourcenstärkung

Wir arbeiten im Bereich des Mentalen Trainings bzw. Coachings auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Gehirnforschung.

Im Vordergrund steht die Stärkung der individuellen Ressourcen.

Ähnlich der natürlichen Ressourcen (Bodenschätze) gehen wir dabei davon aus, dass der Mensch aus sogenannten „inneren Quellen“ schöpfen kann um die Anforderungen des Alltags zu bewältigen. Diese Ressourcen können einerseits in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden sein und andererseits kann dazu ein besserer oder schlechterer Zugang gefunden werden.

Es werden dabei die so genannten primären und sekundären Ressourcen unterschieden – ehe an der Stärkung der sekundären Ressourcen gearbeitet wird sollten immer zuerst die primären entsprechend gestärkt werden. Dies kann in z.B. Form unterschiedlicher Phantasiereisethemen bzw. Imaginationen gesteuert werden:
  • Licht – Sonne tanken auf einer Sommerwiese – wärmend, aufhellend, Ausstrahlung …
  • Kraft – als Baum, fest verwurzelt auf einer Wiese stehen – aufrecht, gesund, Früchte...
  • Ruhe – Einen See am frühen Morgen erleben – friedliche Stimmung, Entspannung,…

Erst danach können und sollten z.B. in einem (Selbst-)Coaching sekundäre Ressourcen (Bewältigungsglaube, Selbstvertrauen, etc.) thematisiert werden.

Imagination als Methode zur Entstressung

Der Entstressung kommt im Bereich der Burn-out Prophylaxe höchste Priorität zu. Ziel der Entstressung muss eine Veränderung der hormonellen Situation in der Form nach sich ziehen, dass sich die Wahrnehmungssituation aufgrund der Cortisolreduktion spürbar verbessert – zur Erinnerung: die Stärke des Hormoncocktails kann willentlich nicht beeinflusst werden, da die Ausschüttung der „Mixtur“ erfolgt noch bevor wir willentlich die Situation bewerten können.
Mit der Imagination (vgl. auch Neuroimagination, Krämer 2010) werden verschiedene Techniken kombiniert und nach eigenen Regeln im Sinne eines Trainings (siehe Trainingsprinzipien) und in immer wiederkehrenden Abläufen eingesetzt.

1. Atemtechnik

Mit dem Atem wird der gesamte Organismus gesteuert. Das Antriebshormon Adrenalin wir bei flachem Atem vermehrt produziert. Wenn wir dagegen tief in den Bauch atmen, wird die Adrenalinproduktion reduziert. So kann über die Atmung direkt auf die Hormonproduktion eingewirkt werden – oft schon ein erster Schritt zu einer positiven Veränderung.

Technik: wenden sie dazu eine der weiter oben erläuterten Atemtechniken an oder legen sie ganz einfach eine Hand auf den Bauch und atmen sie tief in den Bauch ein und aus. Beobachten, spüren sie dabei das Heben und Senken ihrer Hand.

2. Rechts-Links-Stimulation

Durch das Ausführen von Rechts-Links Bewegungen wird der Stoffwechsel in der immer gegenüberliegenden Gehirnregion aktiviert. Die Regionen werden aktiver und noch mehr, blockierte Regionen kooperieren wieder besser miteinander. Dadurch steigt die Konzentrationsleistung und vergessen geglaubte Erinnerungen kehren ins Bewusstsein zurück.

Technik: Atmen sie tief ein, und beginnen sie Daumen und Zeigefinger ihrer Hände abwechselnd rechts-links kraftvoll aufeinander zu pressen und wieder zu lösen – dies in einem angenehmen Tempo und Rhythmus. Abwechselnd mit der rechten und dann mit der linken Hand.

Setzen sie diese Technik fort, solange es ihnen ohne größere Anstrengung möglich ist – anfangs ca. 8 – 12 Mal – atmen sie dann tief ein und aus. Üben sie täglich, bis es ihnen gelingt die Übung ohne Kraftanstrengung 10 Minuten durchzuhalten.

Rechts-Links-Stimulationen lassen sich auch durch Klopfen auf die Oberschenkel oder durch das Bewegend er Zehen an die Ober- und Unterseite der Schuhe erreichen. Diese vermeintlich simplen Übungen bewirken eine Steigerung der Hirnaktivität und damit eine Reizleitung verschiedener, auch blockierter Hirnregionen.

3. Entspannung durch Absenken der Körperfrequenz

Eine „Reise durch den Körper“ als Achtsamkeitsübung sorgt dafür, dass die Selbstwahrnehmungsfähigkeit steigt und die Impulse die der Körper zum Gehirn sendet abnehmen. In diesem Zustand sinkt der Blutdruck und der Kreislauf reduziert sich.

4. Gedankliche Steuerung durch innere Bilder

Es ist auf biologischer Ebene nicht möglich, sich irgendetwas zu denken ohne sich ein Bild davon zu machen. Wenn es uns schlecht geht, wenn wir Schmerzen haben, machen wir uns ein Bild davon. Umgekehrt erzeugen Bilder Gedanken und Emotionen, es werden Hormone ausgeschüttet um das passende Körpergefühl zu erzeugen.

Stellen sie sich dazu eine Zitrone vor. Stellen sie sich vor, sie beißen in eine saftige Zitrone. Geht dies, ohne dass ihr Körper mit erhöhtem Speichelfluss reagiert?

Wir können uns diesen Prozess ganz bewusst zu Nutze machen, indem wir ganz bewusst in Form von inneren Bildern eine Vorstellung dessen entwickeln, was erreicht werden soll.

Technik: wenn sie durch Atemtechnik und Rechts-Links-Stimulation ihr Gehirn aktiviert haben, erreichen sie, dass der Stoffwechsel in der blockierten Gehirnregion aktiviert wird. Stellen sie sich eine Situation vor, in der sie über ihre Ressourcen voll und ganz verfügen. Das Gehirn regt in diesem Zustand im ganzen Körper eine biochemische Reaktion an, wobei es auf diese imaginierten Bilder genauso reagiert, als ob es auf reale Ereignisse reagieren müsste.

5. (Hypnotische) Verankerung

Wenn ein gedachter, sich bildlich vorgestellter Zustand dem Wunschzustand nahe kommt bzw. erreicht ist wird dieser Zustand verankert. Der Körper kann gar nicht anders, als teilweise oder ganz den Zustand des im Bild ersonnenen Zustands zu übernehmen. Dies geschieht auf Ebene der Muskulatur, der Gefäße und der Hormone und verändert somit das tatsächliche Sein. Wenn dieser Zustand dann oftmals verankert wird, kann er jederzeit in jeder Alltagssituation abgerufen werden. Reccourcenvolle Situationen werden in der „Großhirn-Ablage“ archiviert.

Ein Leben in Balance
Der Sinn des Lebens?

„Viele Menschen planen ihren Urlaub besser und intensiver als ihr ganzes Leben“ (L. Seiwert) – inwieweit dieser Ausspruch auf sie zutrifft sollten sie selbst überprüfen, zumal dieser Faktor in engem Zusammenhang mit Burn-out und dessen Vermeidung spielt.

Sinnlose oder vielfach auch als sinnlos erachtete Tätigkeiten erzeugen eine hohe Frustration. Sinnvoll ist eine Tätigkeit für uns dann, wenn wir durch unser Tun etwas bewirken, was einen Wert schafft, der unserem individuellen Wertesystem entspringt. Sinnvoll ist es dabei, wenn wir den beiden wichtigsten menschlichen Bedürfnissen in unserer sozialen Umgebung gerecht werden können: Entfaltung und Beziehungssicherheit.

Als Hauptadern unseres Lebens bezeichnet die moderne Motivforschung demzufolge:
  • Innerer Faktor: eine Tätigkeit die den persönlichen Werte entspricht
  • Äußerer Faktor: berufliche und private Zukunfts- und Entwicklungsmöglichkeiten (-pläne) die den persönlichen Werten entspricht.

Eine ausgewogene Work-Life-Balance ermöglicht ein gleichberechtigtes Nebeneinander der fünf wichtigen Bereiche:
  • Körper – Stresslevel, Vitalität, Ernährung, Bewegung
  • Beziehung – Partner, Freunde, Familie
  • Freizeit – freie Zeit, Ausgleich, Hobbies
  • Muße – Genuss, zweckfrei, Kunst
  • Arbeit – Gratifikation, Perspektive, Wachstum, Geld

In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich, sich in einer Übungsfolge mit den Themen persönliche Werte, (Lebens)Rollen, Zeitdiagramm und Lebensvision auseinander zu setzen.

Literaturempfehlung:
Krämer, Horst: Soforthilfe bei Stress und Burn-out, Kösel, München 2010
Asgodom, Sabine: 12 Schlüssel zur Gelassenheit, Kösel, München 2004
Eberspächer, Hans: Ressource Ich, Hanser, München, Wien1998


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